
aus
Traumzeit
Eine Phänomenologie der Träume
2008
ISBN 978-3-8370-8283-8, Paperback, 260 Seiten
Gipfel der Zeit
Gepeinigt
von beklemmenden Leid,
führte
mich der Genius rasendes Fluges zu Gipfeln der Zeit,
in
eine unbekannte Zukunft der Vergangenheit
In
einem Meer voller Blumen landete ich sacht,
zum
ehrenvollen Begräbnis inmitten der
Nacht
würdevolle
Redner traten bewegt an ihr Pult
zur
großen Staatstrauer vollzog sich
der Kult.
Doch
sie ahnten wohl nicht, was sie da taten,
ich
hätte ihnen eher zum Freudenfest geraten !
glücklich
losgelöst von Zeit und Raum
duldete
ich keine Trauerreden in diesem
Traum
Jetzt
wollte ich neue Dimensionen erkunden,
meine
Flügel ausbreiten und den Erdkreis umrunden.
Befreit
von der Schwere, die mit Verderben sich abwärts senkt,
blieb
nur noch die Freude, die in alle
Richtung lenkt
Auf
der immergrünen Wiese ich mich wiederfand
Wie
ein Vogel grenzenlos frei,
außer
Rand und Band
eine
leicht gebaute Brücke ich erwartungsvoll betrat
und
gelangte so in eine unbekannte Stadt.
Doch
nichts Besonderes vermochte ich hier zu erkennen,
niemanden
konnte ich mit Namen nennen.
Welche
Aufgaben mich hier erwarten,
konnte
mir kein Sterblicher verraten
Um
das Unfassbare zu benennen,
müssen
wir erst die Zeichen erkennen.
Wo
war ich und in welcher Zeit ?
Kein
Mensch war zur Auskunft bereit
Dennoch
war mir klar in dieser Sache,
dass
ich Anno 1987 träumend wache
zu
einer Begegnung war ich hierher gereist
doch
schien die Zeit noch nicht gereift
Vielleicht
um die Geliebte wiederzufinden,
suchte
ich Raum und Zeit zu überwinden.
Aber
das Schicksal hienieden,
müssen
wir uns wohl selber schmieden
Bruchstücke
sind in die Form zu zwingen,
um
Klarheit in die Vision zu bringen
Sehnsüchte
quer durch Zeit und Raum
Bewegten
mich zu diesem Traum
All
mein Hoffen und Sehnen,
trieb
mich, den Frühling wieder zu erleben,
mit
ausgelassenen Kindern zu lachen,
um
wieder verjüngt zum Leben zu erwachen.
Schließlich
zieht es mich zu meiner Hülle zurück,
der
Freund erwacht und erhebt sich sodann,
tritt
voll Vertrauen an mich heran
und
herzlich reichen wir uns die Hand
Welch
unvorstellbares Glück,
dass
ich das noch erleben kann.
Zwischen
bunten Blumen steht ein strahlender Baum
Unvergleichbar
herrlich anzuschaun,
umhüllt
von fliederfarbenen Saum
und
einer goldenen Krone,
Welch
ein Traum !
Diese
Farben ! Wie benenn ich sie,
Solches
sah ich mein Lebtag noch nie !
Angesichts
solcher Kostbarkeit
Verlieren
Worte alle Fähigkeit.
Doch
bedrohlich nähern Wesen sich dem Zaun,
das
erhabene Gebilde umzuhaun
Das
Bächlein, fließend hell und klar,
trachten
sie zu vergiften gar.
Träume
sind wahr, drum gebt auf sie acht
Die rätselhaften Bilder der Nacht
kommen
und gehen,
sind nicht erdacht.
Wenn
sie sich spontan offenbaren im Leben
will
verborgene Wahrheit sich in
uns regen
Doch
will man uns auf diesem Planeten zwingen
dem
Mammon alle Opfer zu bringen
und
was unsere Augen sehen wollen
ist
nur noch das, was wir auch sehen
sollen.
Für
welchen Weltzweck verkümmert das Gefühl
wird
Menschlichkeit zertreten im Gewühl ?
Platte
Oberwichtel kennen nur die nackte Gier,
werden
wir dafür so verstümmelt
hier ?
Es
gibt nicht nur einen Sinn in diesem Leben,
wenn
wir nach höherer Erkenntnis streben,
Die
Dressur zum einspurigen Denken
dient
dazu, uns von unserem Leben abzulenken
Am
Anfang war Gott ganz nach innen
gekehrt,
dann hat er sich ins Außen verkehrt.
Träume
sind sein Atem, der uns berührt
und
immer wieder heimwärts führt
Selbst
das Universum verfliegt sich im Sein
doch
dann atmet es auch wieder ein
Weh
mir,
sicher
bin ich auf Erden nicht,
mich verrät mein strahlendes Gesicht
In
welchem Winkel sollt ich mich verbergen,
unbehelligt
von den grauen Zwergen
an
ihr Bergwerk werden sie mich schmieden,
um
den Geist mir durch Knechtschaft zu biegen.
Was
Leben sie nennen ist der Tod
Glück verkümmert zur nackten Not
Heute verschieben sie auf Morgen,
Dasein erniedrigen sie zu Sorgen,
Freiheit
heißt Knechtschaft gar,
nur
Falschheit ist ihnen wahr.
Die
Harmonie der Stille ist ihnen nicht geheuer,
ist
doch
der Kling-Klang ihrer Kassen so teuer
Schrilles
Gelärme Tag um Tag,
sind
die Klänge, die der Wichtel mag
Maschinen
röhren stampfen heulen,
zertrümmert
sind die alten Säulen
Menschsein
geht unter im toten Geklapper
Und
im stumpfen Maschinengeratter
Die
Nachtigall kann niemand mehr hören
Das
Getöse wird alles Leben zerstören.
Abschied
nehmen die Dichter,
vorbei
die Sommer der Glückseligkeit
jetzt
gleiten kalt belebte Nebel
in
grauer Öde der Vergeblichkeit
fahl
erbleichen geknechtete Gesichter
Dunkle
Schatten fallen auf den Mai
Mit
der Glückseligkeit ist es vorbei
Eisesstürme
fegen sinnentleert durch das Land
blühendes
Leben ergreifend mit gefrierender Hand
Die
Grenzen über dem Schwarzen erbleichen
Alle
Mitternachtsstrahlen entweichen
Das
Nachtlicht scheint gefangen
Von schwarzen tödlichen Schlangen.
Jüngster
Tag
Der
jüngste Tag ist immer schon da
Wir
sollten uns schämen
Für
jeden Moment
Der
lieblos war.
liefe die Zeit zehntausendfach
schneller
sähen
wir einen Herzschlag lang viel heller
wie
die Lebenskräfte
sich verdünnen
und
in öden Wüsten verrinnen
Das
werden wir
im Anblick des Todes sehen
Wenn
die Uhren rasend rückwärts gehen
Lieblosigkeit gleicht Selbstverachtung
Menschen
gehen freiwillig zu ihrer Schlachtung
Lassen
sich auf dem Fließband zersägen
Und
durch den Fleischwolf zerlegen
dem Wahn verfallen, man könne Zeit
die
unbekannte und unerforschte Wesenheit
mit
blechernen Uhren bemessen
dabei
auch noch sich selbst vergessen